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Umweltzonen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Viele Regelverschärfungen in den europäischen Umweltzonen werden in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Die Corona-Pandemie hat den politischen Fokus auf andere Dinge gerückt. Die Grenzwerte wurden zudem vielerorts eingehalten. Nach der Pandemie werden die Einführungen schärferer Regeln die europäischen Autofahrer aber wohl mit ganzer Härte treffen.

Viele europäische Regierungen haben die Umsetzung neuer Regeln in den Umweltzonen hintenangestellt. Da viele Unternehmen und Bürger in der Corona-Pandemie um ihre Existenz kämpfen, sind die geplanten Regelverschärfungen vielen Menschen wohl nicht zumutbar, und würden die Regierungen nur in weitere Missgunst stürzen.  Zudem war durch die Reduzierung des Verkehrs und der wirtschaftlichen Produktion, aber auch wegen der günstigen Wetterlage, die Luftqualität vielerorts besser als in den Vorjahren. Dies lässt viele Umweltzonengegner schon in Euphorie aufgehen. Doch vieles spricht dafür, dass die Luftschadstoffe nach der Pandemie in die Höhe schießen und die aufgeschobenen Regelverschärfungen schnellstmöglich eingeführt werden müssen.

Wo werden Regelverschärfungen aufgeschoben?

Vor allem in Frankreich und Großbritannien, aber auch in den Niederlanden waren für das Jahr 2021 viele neue Umweltzonen oder Regelverschärfungen der bereits bestehenden Umweltzonen geplant.

In Frankreich waren sieben Städte vom Umweltministerium dazu verpflichtet worden, noch im Jahr 2020 permanente Umweltzonen einzuführen. Wie zuvor in unserem Newsletter berichtet, betraf dies die Großräume der Städte MarseilleNizzaToulonToulouseMontpellierStraßburg und Rouen. Das Ministerium hat diesen Städten wegen der Pandemie Aufschub gewährt. Diese haben nun bis Ende 2021 Zeit, die Pläne in die Tat umzusetzen.  Für einige der Städte steht noch nicht fest, wann genau die Zonen in Kraft treten. In Toulouse wird es wohl Anfang April oder Mai der Fall sein. Dann sind Lkw mit der Plakette der Kategorie 5 und Lkw ohne Plakette verboten. In Rouen sollen Fahrzeuge mit Plakette der Kategorie 4 und 5, und solche ohne Plakette ab Juli innerhalb des inneren Stadtrings ausgesperrt werden. In Straßburg werden alte Fahrzeuge wohl erst ab Anfang Januar 2022 nicht mehr einfahren dürfen. Das Verbot gilt hier, wie in Toulouse, zunächst nur für Fahrzeuge mit Plakette der Kategorie 5 und solche, die keine Plakette haben, betrifft aber alle Fahrzeugtypen. In Lille sollte eine permanente Umweltzone Anfang dieses Jahres eingeführt werden. Nun wird sie ebenfalls erst Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. Auch die französische Hauptstadt lässt sich mit den Regelverschärfungen etwas mehr Zeit als ursprünglich geplant. Die Plakette der Kategorie 4 sollte eigentlich ab Januar 2021 innerhalb der A86 verboten werden. Dies wird nun voraussichtlich ab Juni der Fall sein. In Frankreich liegt somit nur Lyon weiterhin im Zeitplan. Hier sind seit Januar 2021 N1-N3 Fahrzeuge mit Plakette der Kategorie 3 und schlechter nicht mehr erlaubt. Noch gibt es aber zumindest für gewerbliche Fahrzeuge Ausnahmen. Die Ausweitung der Zone und die Regelverschärfung in den nächsten Jahren sollen in den kommenden Monaten diskutiert werden.

In Großbritanniens Hauptstadt wird eine Regelverschärfung ab März 2021 für Lkw und Busse in Kraft treten. Dann dürfen nur noch Fahrzeuge mit Euro 6-Standard einfahren. Die Regelung, die London eigentlich bereits im Oktober 2020 treffen sollte, wurde somit um vier Monate aufgeschoben. Auch in Bath sollten schwere Fahrzeuge bereits ab November 2020 strikteren Regeln unterliegen. Nun ist der Start der Umweltzone auf den 15. März verlegt worden. Kommerzielle Diesel-Fahrzeuge bis einschließlich Euro 5 und Benziner bis einschließlich Euro 3 müssen dann eine tägliche Gebühr zahlen, um in die Umweltzone einfahren zu dürfen. Private Fahrzeuge sind nicht betroffen. In Birmingham sollte die Umweltzone bereits im Sommer 2020 eingeführt werden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Die Umweltzone soll aber laut des Verkehrsministers so schnell wie möglich an den Start gehen. In Leeds gehen die Behörden sogar so weit, dass sie die Umweltzone nicht mehr einführen möchten, da sich die Luftwerte im letzten Jahr deutlich verbessert haben. Dies könnte sich such die Corona-Pandemie aber als Trugschluss erweisen, so dass eine Umweltzone doch noch eingeführt werden könnte.

Auch in den Niederlanden hat zumindest die Stadt Utrecht die Einführung strikterer Regeln für die Umweltzone um zwei Monate nach hinten verschoben. Ursprünglich sollten im Februar 2021 Diesel-Pkw und -Transporter nur noch ab Euro 4 eingelassen werden. Dies ist nun erst ab April 2021 geplant.

Um zu erfahren, ob du von den baldigen Regelverschärfungen betroffen bist, lade dir unsere kostenlose Green-Zones App herunter. So bleibst du bei allen Neuerungen immer bestens informiert.