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London verschärft Umweltzone deutlich

In der britischen Hauptstadt werden die Fahrverbote ab dieser Woche ausgeweitet. Nahezu alle Fahrzeugtypen sind von den Diesel-Verboten betroffen. Verstöße können teuer werden.

Bis zu 2.000£, also mehr als 2.300€ kann ein Verstoß gegen die Regeln der Londoner Umweltzone – auch Low Emission Zone (LEZ) - kosten. Seit 1. März betreffen die Verbote fast alle Dieselfahrzeuge. Nur Pkw sind weiterhin ausgenommen. Vans und einige leichte Nutzfahrzeuge sowie einige städtische Fahrzeuge dürfen ebenfalls weiterhin einfahren. Die Verschärfungen waren ursprünglich für Ende Oktober geplant und treten somit mit etwa 4 Monaten Verspätung in Kraft.

Schwere Lkw und Busse, also die Fahrzeugtypen N2, N3 und M3, dürfen nur noch mit der Euro-Norm 6 einfahren. Bei Transportern und leichteren Bussen, also Fahrzeugen der Kategorie N1 und M2, sind immerhin auch noch Euro 4- und 5-Fahrzeuge erlaubt. Achtung: auch Reisende sollten sich mit den neuen Regeln der Umweltzone vertraut machen, da zum Beispiel auch Wohnmobile mit über 3.5t von den Regelverschärfungen betroffen sind.

Die LEZ London umfasst nahezu das gesamte Stadtgebiet. Anders als in anderen Umweltzonen Europas können sich Fahrzeuge aber von den Restriktionen in London, wie auch in anderen Umweltzonen Großbritanniens, freikaufen. Allerdings sind die Preise mit 100£ beziehungsweise 300£ pro Tag für Fahrzeuge, die der Euro-Norm 6 beziehungsweise der Euro-Norm 4 entsprechen müssten, diese aber nicht erfüllen, vergleichsweise hoch. In Deutschland kostet die einmalige Geldbuße bei Einfahrt in eine Umweltzone ohne grüne Plakette zum Beispiel 80€.

Eine zweite Londoner Umweltzone, die ULEZ (Ultra Low Emission Zone), liegt im Stadtzentrum der Metropole und folgt deutlich strengeren Regeln als die LEZ. Hier sind Dieselfahrzeuge mit Euro-Norm 0 bis 5 und Benziner mit Euro-Norm 0 bis 3 schon jetzt ausgesperrt. Auch Pkw sind in dieser Zone betroffen. Hinzu kommen einige Straßen in den Stadtteilen Islington und Hackney, in denen zu Stoßzeiten morgens und abends unter der Woche nur noch Elektro-Fahrzeuge einfahren dürfen. Die Regeln der ULEZ bleiben in diesem Jahr zwar unverändert. Ab dem 25. Oktober wird die Zone im Norden und Süden aber bis zur jeweiligen Circular Road, also der A406 und der A205 ausgeweitet. Die ULEZ wird somit um das 18-fache vergrößert.

Um die Luftqualität in der Metropole zu verbessern hat die Stadt bereits alle 9.000 Transport for London (TfL)-Busse der Euro-Norm 6 angepasst. Seit 2018 müssen alle neu zugelassenen Taxis außerdem in der Lage sein, mit Null-Emissionen zu fahren. Zudem wurden 300 Schnellladestationen für E-Autos installiert, so dass den E-Autos nun insgesamt 5.000 Ladestationen in der Metropole zur Verfügung stehen.

Immer noch gibt es in London aber viele Orte, an denen die Luftverschmutzung zu hoch ist. Ende letzten Jahres hatte die britische Justiz dem Staat erstmalig die Teilschuld am Tod eines Mädchens wegen zu hoher Luftverschmutzung zugesprochen. Die Regierung steht daher umso mehr unter Druck.

Mittlerweile zeigt die Umweltzone aber Wirkung. Im Jahr 2016 lagen noch 455 Grund- und Sekundarschulen in Gegenden mit zu hohen Stickoxidwerten. Im Jahr 2019 waren es nur noch 14. Anhand dieser Verbesserungen scheint London auf einem guten Weg zu sein. Autofahrer werden sich daher wohl an die verschärften Regeln der Londoner Zonen gewöhnen müssen.

Alle Umweltzonen in London und anderen Städten Großbritanniens, sowie deren detaillierte Regelungen und Ausnahmen findest du auf unserer Webseite und in der Green-Zones App.