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Was rettet das Klima wirklich?

Die nächsten Jahre sind für das Weltklima alles entscheidend. Um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, müssen wir schnell handeln. Zero-Emission-Zones sind zwar eine Maßnahme, um die Luft in unseren Städten zu verbessern. Unsere CO₂-Bilanz kann das E-Auto aber kaum verbessern.

Das Pariser Klimaabkommen verpflichtet uns dazu die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius, besser aber 1,5 Grad Celsius, zu begrenzen. Um unsere CO₂ -Bilanz zu reduzieren, wird in Industrieländern das E-Auto als Allheilmittel angepriesen. E-Autos sind fast emissionsfrei – auf den Straßen. Doch in der Produktion wird viel CO₂ verbraucht. Zudem würde es beim derzeitigen Tempo 20 Jahre dauern, um alle Verbrenner mit Elektroautos zu ersetzen. Fürs Klima ist das zu spät.

Wie können wir es schneller schaffen?

Forscher einer Studie mit 4.000 Menschen aus unterschiedlichen Städten, unter anderem London, Antwerpen, Barcelona und Wien, haben über 10.000 Einträge von Reisetagebüchern untersucht und die CO₂-Bilanz der unterschiedlichen Transportmöglichkeiten so miteinander verglichen.

Das Ergebnis zeigt, Radfahren ist 10-mal so klimafreundlich wie das Fahren eines Elektroautos. Es ist sogar mehr als 30-mal so klimafreundlich wie das Fahren mit einem Verbrenner. In diese Berechnungen wurde der gesamte Lebenszyklus der unterschiedlichen Transportmöglichkeiten miteinbezogen, also die Produktion, das Betanken und das Entsorgen des Fahrzeugs.

Auch auf einzelnen Strecken ist das Radfahren deutlich umweltfreundlicher als die Fahrt mit dem Auto. Menschen, die jeden Tag mit dem Rad fahren, haben im Schnitt eine 84 Prozent geringere CO₂-Bilanz.  Der Wechsel vom Auto zum Fahrrad an nur einem Tag pro Woche spart etwa 3.2kg CO₂, was einer Autofahrt über etwa 10 Kilometer entspricht.

Das Ersetzen einer Autofahrt pro Tag mit dem Rad kann sogar eine halbe Tonne CO₂ pro Jahr einsparen. Dies entspricht einem Flug von London nach New York. Wenn jede fünfte Person dies tun würde, könnte man den CO₂-Ausstoß des Verkehrs in Europa um 8 Prozent senken.

Zero-Emission-Zones, die Verbrenner aus den Städten aussperren, können natürlich helfen, die Luft direkt vor Ort sauberer zu machen. Auch wenn sie Menschen dazu zwingen entweder auf neuere E-Autos oder direkt aufs Fahrrad umzusteigen, das Klima können sie aber alleine nicht retten. Denn die Produktion der Autos selbst sowie der benötigten Infrastruktur, das Beladen – unter Umständen auch mit fossilen Energieträgern – und das Entsorgen der Fahrzeuge, deren Technologie sich so rapide entwickelt, dass kaum jemand ein gebrauchtes E-Auto kaufen möchte, verbrauchen zu viel CO₂ als dass sie die Erderwärmung aufhalten könnten.

Die Hoffnung des Klimas liegt also darin, das Auto öfter einmal stehen zu lassen und das Rad zu nehmen. So helfen wir dem Klima und unserer Gesundheit. Zum Radfahren fehlt aber in vielen Städten noch immer die Infrastruktur. Das Auto müsste dem Rad mehr Platz geben – in vielen Städten ist das jedoch noch undenkbar.