Deutsch
English
Français
Polski
Green-Zones.eu › Blog & News › Klimakiller Deutsche Bahn
< Alle Beiträge zeigen

Klimakiller Deutsche Bahn

Klimaschützer fahren nur ungern mit dem Auto. Stattdessen setzen sie auf das Reisen auf der Schiene: "Bahnfahren ist Umweltschutz", so das selbst gesetzte Image der Deutschen Bahn. Doch Dieselloks und Atomstrom zeichnen ein anderes Bild der Bahn.

Diesel und Benzin für das Auto sollen der Vergangenheit angehören. Da Alternativen wie das E-Auto nur langsam in Fahrt kommen, scheint die Deutsche Bahn für viele eine umweltfreundliche Alternative zu sein. Doch diese Vorstellung ist weit von der Realität entfernt. Mit etwa 18 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr ist die Bahn der größte Stromverbraucher Deutschlands und verbraucht sogar mehr Strom als die Stadt Berlin. Dieser Strom kommt meist nicht aus Ökostrom, sondern aus Kohle, Gas und Atomstrom. Tatsächlich ist die Bahn Anteilhaber am Atomkraftwerk Neckarwestheim, einem der ältesten AKWs in Deutschland. Ökostrom wird nur in der vergleichsweise kleinen Spate des Fernverkehrs genutzt.

Etwa ein Drittel der Züge der Deutschen Bahn, nämlich 2 500 Triebwagen und Lokomotiven, fahren noch immer mit Dieselmotoren. Ihre Technik ist hierbei nicht ansatzweise vergleichbar mit den Diesel-Fahrzeugen die heutzutage meist auf den deutschen Straßen unterwegs sind und die Euro 5- oder Euro 6-Norm haben. Die Dieselmotoren der Züge sind Drecksschleudern. Sie stammen aus den 90ern und haben keinerlei Umrüstung mit moderner Technik oder Dieselrußpartikelfiltern erfahren. Für die Schiene gibt es  eben keine Fahrverbote und Umweltzonen.

Natürlich folgt die Bahn dem Trend hin zu mehr Elektrifizierung. Doch das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2025 70 Prozent des Schienennetzes zu elektrifizieren wird kaum erreichbar sein. Zwar sind zurzeit etwa 60 Prozent der Strecken elektrifiziert. In den Jahren 2005 bis 2010 wurden im Schnitt aber nur etwa 0,4 Prozent Strecke, also etwa 70 Kilometer pro Jahr umgebaut. Um das von der Bundesregierung gesteckte Ziel zu erreichen, müssten aber etwa 500 Kilometer pro Jahr elektrifiziert werden. Im internationalen Vergleich steht Deutschland zudem bereits mit seinen 60 Prozent eher schlecht da.

Die Bundesregierung setzt alles daran, die Verbrenner von den Straßen zu verbannen, mit immer strengeren Abgaswerten und Fahrverboten. Sie testet mittlerweile sogar den elektrischen Güterverkehr durch Lkw mit Oberleitung aus. Hierfür werden in unterschiedlichen Bundesländern mehrere Millionen Euro ausgegeben. Diesen Güterverkehr auf die Schiene umzulegen kommt ihnen nicht in den Sinn. Statt die Bahn tatsächlich zu einer grünen Alternative umzurüsten, spart die Politik die Bahn kaputt und hält an der Automobilbranche fest.

Bei diesen ernüchternden Fakten zur Deutschen Bahn muss man sich zumindest nicht mehr allzu schlecht fühlen, wenn man sein Dieselfahrzeug zum Pendeln oder für die Fahrt in den Urlaub nutzt. Die einzig grüne Alternative im deutschen Verkehrssystem scheint tatsächlich nur noch die Fahrt mit dem Fahrrad oder der Spaziergang zu Fuß zu sein.