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Feinstaubalarm in Europa

Saharastaub ließ die Feinstaubwerte in Europa in dieser Woche in die Höhe schnellen. In der Schweiz wurde das Tempolimit auf Autobahnen verschärft. In Frankreich kam die Aktivierung der Umweltzonen meist deutlich zu spät. In manchen Gebieten wurde trotz der Belastung gänzlich auf sie verzichtet.

Die warme Luft aus dem Süden hat in dieser Woche vermehrt Saharastaub nach Europa gebracht. Dieser trägt enorm zur Feinstaubbelastung bei. Zusätzlich setzte der Pollenflug ein. Die Belastung durch kleinste Partikel in der Luft war also besonders hoch, so dass vielerorts die Grenzwerte überschritten wurden.

Trotzdem wurden nicht überall Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung ergriffen. In Frankreich, wo der Saharastaub sehr stark zu spüren war, hätten noch mehr temporäre Umweltzonen aktiviert werden können, um die zusätzliche Belastung durch den Verkehr zu reduzieren. Betroffen waren vor allem die Regionen Elsass-Lothringen und Auvergne-Rhône-Alpes, in der sich das Zentralmassiv befindet. In der Tat gab es vielerorts Vorwarnungen. Diese führten aber nicht überall zu Fahrverboten. In Grenoble, Chambéry und Annecy gibt es heute Fahrverbote für Fahrzeuge mit Plakette 4 und schlechter, in Lyon sogar für Plakette 3 und schlechter. In manchen Regionen sind nur Lkw betroffen, im Arve-Tal müssen sie mindestens Plakette 4, in Haute-Savoie mindestens Plakette 5 haben. In anderen Orten, wie Nancy und Straßburg verzichtete man auf Fahrverbote und führte lediglich Geschwindigkeitsbeschränkungen ein. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind hier kostenlos. Ältere Menschen und Menschen mit Asthma wurde vielerorts schon vorher geraten, zu Hause zu bleiben.

Mittlerweile ist die Gefahr durch eine aus Norden kommende Front wieder geringer. Heutige Fahrverbote kommen also eigentlich zu spät.

Im Tessin in der Schweiz wurde ebenfalls ein temporäres Tempolimit von 80km/h sowie ein Überholverbot auf Autobahnen eingeführt.

In Deutschland gab es keinerlei Maßnahmen gegen die erhöhte Feinstaubbelastung. Zugegeben, die Belastung war hier geringer als in südlicheren Ländern, trotzdem wurden Grenzwerte überschritten. Zwar gibt es keine temporären Fahrverbote, die in solchen Fällen aktiviert werden können. Ein Tempolimit hätte aber zur Reduzierung der Gefahr beitragen können. Immerhin liegt der Anteil von Industrie und Verkehr an der Feinstaubbelastung hierzulande bei etwa 30%.

Die Lage zeigt zum einen, dass es Sinn ergibt, Fahrverbote flexibler zu gestalten, so dass die Entscheidungsträger die Möglichkeit haben, gefährdete Menschen in Fällen extremer Belastung besser zu schützen. Sie zeigt aber auch, dass es nicht ausreicht, temporäre Umweltzonen einzuführen, wenn Politiker dann nicht schnell genug reagieren.

Alle temporären Fahrverbote Frankreichs und deren Status kannst du in unserer App sehen. So bist du immer tagesaktuell informiert, ob du mit deinem Fahrzeug in eine temporäre Umweltzone einfahren darfst.