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Neue Umweltspur in Essen: Lieferverkehr zieht den Kürzeren

Bereits am Dienstag startete in der Ruhrmetropole Essen die erste Umweltspur.

Die Sonderfahrbahn darf, wie andere deutsche Umweltspuren auch, nur von Fahrrädern, Bussen und Einsatzfahrzeugen genutzt werden. Ausgeschlossen sind also Motorräder, jeder PKW und der gesamte Lieferverkehr. Sie führt über eine 1,2 Kilometer lange Teilstrecke des Innenstadtrings und hat laut Informationen der Stadt den Steuerzahler satte zwei Millionen Euro gekostet. Ob das Geld gut angelegt ist, oder sich eine mittelschwere Katastrophe wie in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf anbahnt, bleibt fraglich und muss abgewartet werden. Für Umweltdezernentin Simone Raskob (Grüne) ist ein stümperhaftes Scheitern a lá Düsseldorf allerdings unrealistisch. Essen hätte zwar eine Umweltspur installiert, doch man hat im Gegensatz zu anderen Städten durchgehend an zwei Fahrbahnspuren festgehalten. Oft wird zu Gunsten einer Umweltspur eine andere dringend benötigte Spur eingestampft – anders in Essen. Die Millionenmetropole im Ruhrgebiet hatte aufgrund eines Rechtsstreits mit der Organisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf diese Maßnahme zurückgreifen müssen, um im Gegenzug Dieselfahrverbote zu vereiteln, welche sogar auch auf der A40, einer der Hauptverkehrsachsen der gesamten Rhein-Ruhr Region, gedroht hätten. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) betont diesen Umstand auch gegenüber der BILD-Zeitung: „Wir setzen damit eine weitere Maßnahme aus dem Vergleich mit der Deutschen Umwelthilfe um.“
Auch in Düsseldorf, nur wenige Kilometer den Rhein hinauf, bleiben die heftig diskutierten Umweltspuren vorerst aktiv. Der Antrag der FDP Fraktion auf eine vorläufige Aussetzung der Sonderfahrbahnen wurde im Ordnungs- und Verkehrsausschuss mit Hilfe von Stimmen der CDU abgelehnt.
Am Eröffnungstag der Essener Umweltspur „verirrten“ sich noch der ein oder andere Autofahrer auf die neue Spur, welches mit einem Ordnungsgeld von jeweils 15 Euro seitens der Polizei geahndet wurde. 

 

Übrigens: Den konkreten Beweis, dass Umweltspuren zu einer Verbesserung der Luftqualität führen und somit gerechtfertigt sind, konnte bisher kein vergleichbares Projekt zweifelsfrei erbringen.