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Paris wird Tempo-30-Zone

In allen 20 Arrondissements innerhalb der Stadtautobahn wird die Geschwindigkeit im neuen Jahr reduziert. So soll die Luftqualität verbessert, aber auch Lärmbelästigung und Verkehrsunfälle reduziert werden.

In Städten wie Nantes, Lille und Grenoble wurden bereits im August Tempo-30-Zonen eingeführt. Im neuen Jahr wird auch der Verkehr in der Hauptstadt ausgebremst. Eine im Herbst durchgeführte Bevölkerungsbefragung zu der Maßnahme ist zwar noch nicht ausgewertet, trotzdem soll die Änderung schon bald eingeführt werden. Dann wird der gesamte Stadtkern innerhalb des Stadtrings Péripherique auf 30 km/h beruhigt. Der Ring selbst ist von den Veränderungen ausgenommen. Ziel ist es, die Luftqualität zu verbessern, aber auch die Lärmbelästigung zu reduzieren. Zudem sollen Verkehrsunfälle vermieden und mehr Menschen dazu bewegt werden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Die Generalkommission für nachhaltige Entwicklung (CGDD) gibt in einem Bericht zur Temporeduzierung an, dass durch die Maßnahme bis zu 20% der Verkehrsteilnehmer auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen könnten. Der Anstoß zur Geschwindigkeitsreduzierung kam von der Bürgerkonvention für Klima (Convention citoyenne pour le climat), die in allen französischen Städten ein Tempolimit von 30 km/h sehen möchte.

Die Änderungen sind Teil eines großen Pakets von Neuerungen auf den französischen Straßen. So werden im Jahr 2021, wie bereits berichtet, neue permanente Umweltzonen in Marseille, Toulouse und Rouen und vier weiteren Großstädten eingerichtet. Ein neuer Luftverschmutzungsindex wird außerdem zu der vermehrten Aktivierung von temporären Umweltzonen führen. Erste Umweltspuren für Elektro-Autos und Fahrgemeinschaften wurden bereits in einigen Städten eingeführt. Grund für die vielen Maßnahmen dürfte nicht zuletzt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes sein, dass Frankreich wegen zu starker Luftverschmutzung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt hatte.

In Deutschland gibt es im neuen Jahr hingegen nur vereinzelt Änderungen. Zum Beispiel soll in Ludwigsburg eine Temporeduzierung des Stadtkerns auf 40 km/h stattfinden. In Düsseldorf werden vorige Luftschutz-Maßnahmen, nämlich die Umweltspuren, wieder aufgehoben. Auch das Dieselfahrverbot in Hamburg steht vor dem Aus. Die Luftqualität in Deutschland verbesserte sich im letzten Jahr zwar vor allem bezüglich der Stickoxidbelastung, dies könnte aber auch mit der reduzierten Verkehrsmenge durch die Corona-Pandemie zusammenhängen. Sollte sich der Trend im neuen Jahr nicht fortsetzen, könnten auch Deutschland striktere Regeln wie Dieselfahrverbote oder mehr Temporeduzierungen drohen.

Alle Änderungen und Umweltzonen findest du in unserer Green-Zones App.