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München: 110 Millionen Euro, um Dieselfahrverbote zu vermeiden

Ein 365-Euro-Ticket für den ÖPNV soll die Luft in der bayrischen Hauptstadt verbessern. Ob die teure Maßnahme die unliebsamen Fahrverbote wirklich abwenden kann, ist unklar.

Ab spätestens 2023 soll es in München ein 365-Euro-Ticket für den ÖPNV geben. So können dann alle Menschen für 1 Euro am Tag das öffentliche Verkehrsnetz nutzen. Die etwa 110 Millionen Euro teure Maßnahme hat ein Bündnis aus CSU, ÖDP und Linkspartei nun im Stadtrat vorgelegt.

Mit dem Vorschlag versucht die Stadt auch Dieselfahrverbote zu vermeiden. Da die Luftgrenzwerte immer wieder überschritten werden hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Stadt München bereits dazu verpflichtet, ein Dieselfahrverbot vorzubereiten. Auch Zwangsgelder musste die Stadt wegen der Verstöße zahlen. Letzten Endes wurde eine Erzwingungshaft für Regierungsmitglieder angedroht, diese aber nicht umgesetzt.

Generell hat das 365-Euro-Ticket das Potential, die Straßen zu entlasten. In Wien, wo es bereits ein solches Ticket gibt, ist die Nachfrage des ÖPNV um 120 Prozent gestiegen. Dann würden aber auch Kosten zum Beispiel für Personal und den Ausbau der Bus- und Bahn-Flotte hinzukommen.

Ein Dieselfahrverbot für Euro-4 und Euro-5 Fahrzeuge, dass es bereits in Hamburg und Berlin in einigen Straßenabschnitten und in Stuttgart flächendeckend gibt, würde deutlich günstiger sein. Da das Haushaltsdefizit der Stadt München noch nie so groß war, wie im Moment, sind die teuren Investitionen in den ÖPNV umstritten. Und ob die Münchener tatsächlich auf den Nahverkehr umsteigen und somit der gewünschte Effekt für bessere Luftqualität erzielt werden kann, ist vollkommen offen.

Ein Dieselfahrverbot ist daher weiterhin nicht vom Tisch. Zwar sind im Münchener Luftreinhalteplan von 2019 trotz Urteil keine Dieselfahrverbote enthalten, da aber vor allem auf den großen Verkehrsstraßen um den Stadtkern, also der Landshuter Allee, der Tegernseer Landstraße und der Chiemgaustraße Messerwerte weiterhin zu hoch sind, könnte ein erneutes Urteil dann doch noch Dieselfahrverbote für die Hauptstadt des Freistaats bringen.

Wie es weitergeht erfährst du natürlich in unserem Blog. Auf welchen Straßen in Berlin, Hamburg und Stuttgart bereits Dieselfahrverbote gelten und ob du betroffen bist, erkennst du in unserer Green-Zones App.