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Demnächst Umweltzonen in Afrika?

Der Export unserer alten Dieselfahrzeuge verursacht schlechte Luft in Afrika. Doch dort will man unsere Rostlauben nicht mehr und setzt vermehrt auf emissionsarme Neuwagen.

Europas ausgediente Autos werden oft ins Ausland exportiert, früher nach Osteuropa, mittlerweile nach Afrika. Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) wurden von 2015 bis 2018 mehr als 11 Millionen Fahrzeuge in Länder mit geringem Einkommen, vor allem in Afrika, exportiert. Dort verschmutzen Sie die Luft und machen den Verkehr unsicherer, da sie nicht nur eine schlechte EURO-Norm, sondern meist auch kein TÜV-Siegel mehr haben. Während wir also hierzulande versuchen, unseren Alltag klimafreundlicher zu gestalten, auf unsere Emissionen zu achten und mehr Elektroautos kaufen, wird das Problem eindeutig einfach in einen anderen Teil der Welt verschoben.  

Doch die Autos finden immer weniger Abnehmer, denn auch in Afrika nimmt das Bewusstsein für Gesundheit und Umwelt zu. Eine von der UN gestartete Initiative legt Mindeststandards für importierte Gebrauchtwagen fest. In Ghana werden so zum Beispiel nur noch Kraftstoffe mit geringem Schwefelanteil genutzt und es besteht eine Altersbegrenzung von zehn Jahren für importierte Gebrauchtwagen. In einigen nordafrikanischen Ländern wie Marokko gibt es schon striktere Regelungen bezüglich der Altersbeschränkung importierter Fahrzeuge und auch bezüglich der EURO-Norm. Mehr und mehr Länder der Region werden diesen Vorreitern wohl künftig folgen. Das neue Bewusstsein könnte sogar soweit führen, dass erste afrikanische Länder in Ihren Großstätten Umweltzonen einführen, um den Ankauf alter Autos noch unattraktiver zu machen. Auch die Autoindustrie hat ein großes Interesse daran, denn der afrikanische Absatzmarkt für Neuwagen beläuft sich auf ca. 5 Millionen Neuwagen pro Jahr.  

Was geschieht dann stattdessen mit unseren ungewollten Dieselfahrzeugen? Da der Verkauf der Autos in Zukunft deutlich weniger lukrativ sein wird, werden die Fahrzeuge wohl einfach länger auf unseren Straßen unterwegs sein, oder für wenig Geld innerhalb Europas verkauft werden. Doch da die meisten der Fahrzeuge nicht mehr in die Umweltzonen einfahren dürfen, werden sie wohl meist außerhalb der Städte für schlechte Luft sorgen. Dies könnte auf lange Sicht zur Ausweitung der Umweltzonen auch in den Vororten und ländlichen Gebieten führen.  

Wird es also zukünftig noch mehr Umweltzonen und Fahrverbote bei uns geben?