Seit 2015 - Österreichische Umwelt-Pickerl

Seit dem 01.01.2015 benötigen alle Nutzfahrzeuge der Klasse N, die durch definierte Umweltzonen in Österreich fahren wollen eine „Abgaskennzeichnungsplakette“, die jedoch in der Regel Umwelt-Pickerl genannt wird.

Das Umwelt-Pickerl ist in 6 Farben erhältlich, die wiederum verschiedenen Emissionsklassen zugeordnet sind. Die Emissionsklasse des Fahrzeuges wird auf dem Umwelt-Pickerl noch einmal durch eine Lochung gekennzeichnet und durch eine Emissionsbescheinigung bestätigt, die im Fahrzeug mitzuführen ist.
Derzeit steht es PKW Fahrern noch frei, sich für ihr Fahrzeug ein Umwelt-Pickerl anzuschaffen, weil die Kennzeichnung für diese noch auf freiwilliger Basis erfolgt. Für Motorräder und andere nicht zweiachsige Fahrzeuge ist das Umwelt-Pickerl nicht vorgesehen.

Die Einstufung der Fahrzeuge in Emissionsklassen geschieht in Anlehnung an die EURO-Abgasnormen, wie sie in den einschlägigen Rechtsvorschriften der EU bzw. im Österreichischen Gesetz KFG 1967 festgehalten sind. Hierbei wird berücksichtigt,  ob es sich um ein Fahrzeug der Klasse M oder N handelt, ob ein funktionsfähiger Partikelfilter vorhanden ist und ob das Fahrzeug einen Diesel-, Benzin- oder Alternativantrieb besitzt.
Das Umwelt-Pickerl wird bei Neufahrzeugen bereits bei der Auslieferung durch den Hersteller festgelegt und am Fahrzeug angebracht. Bei den bereits im Verkehr vorhandenen Fahrzeugbestand erfolgt die Anbringung nur auf Antrag des Fahrzeugführers.

Die ersten Umweltzonen sind in Österreich in Wien und Umland sowie in Niederösterreich eingerichtet worden, um die Bürger vor dem nachweislich äußerst schädlichen Feinstaub zu schützen und den Gebrauch von älteren, vor allem Dieselfahrzeugen einzuschränken.
Österreichische Umweltzonen werden durch den jeweiligen Landeshauptmann (Präsident des Bundeslandes) durch Verordnungen festgelegt. Er ist dabei jedoch an die in § 14 IG-L vorgeschriebenen Ausnahmen gebunden. So er es denn für notwendig hält, kann er darüber hinaus aber auch weitere Ausnahmen vorsehen.
In Österreich werden neben den Feinstaubemissionen auch Stickstoffdioxidemissionen (NOx-Emissionen) zur Einstufung von Fahrzeugen nach Abgasklassen berücksichtigt. Damit kann der Gesetzgeber eventuell auch  Verkehrsbeschränkungen für Gebiete mit NO2-Grenzwertüberschreitungen verordnen, um damit einen Beitrag zur künftigen Reduktion solcher Emissionen zu leisten.

Im Wesentlichen kann sich ein jeder Fahrzeugbesitzer aufgrund seiner Abgasklasse selber ein Bild machen, welche Farbe das Umwelt-Pickerl für sein Fahrzeug haben wird. Je nach Antriebsart und Alter des Fahrzeuges werden aus der nationalen Abgasklassifizierungsdatenbank die Daten herangezogen, die der Klassifizierung dienen.
Das Vorhandensein eines funktionierenden Partikelfilters ist in jedem Falle von Vorteil und wird eine Einstufung ergeben, die in der Regel eine Farbklasse höher ist. Die Vorlage eines Teilegutachtens und eines Nachweises über den fachgerechten Einbau des Partikelfilters ist jedoch nachzuweisen.